Kaltakquise · Cold Calling · E-Mail-Werbung

Abmahnung wegen Kaltakquise? Das kann teuer werden.

Unerlaubte Telefonwerbung, Cold E-Mails oder LinkedIn-Nachrichten ohne Einwilligung – die Abmahnwelle trifft immer mehr Unternehmen. Streitwerte von 3.000 bis 6.000 € pro E-Mail sind keine Seltenheit.

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Achtung: Streitwerte bis 6.000 € pro E-Mail!

Bei unerlaubter E-Mail-Werbung rechnen Gerichte mit 3.000 bis 6.000 € Streitwert – pro einzelner E-Mail. Bei mehreren Empfaengern summieren sich die Kosten schnell. Handeln Sie jetzt, bevor es teurer wird.

Wann wird Kaltakquise zur Abmahnung?

Kaltakquise bezeichnet die Kontaktaufnahme zu potenziellen Kunden ohne vorherige Geschaeftsbeziehung. In Deutschland ist sie durch das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) und die DSGVO streng reglementiert. Das OLG Dresden hat im Juni 2024 (Az. 4 U 168/24) bestaetigt: Schon eine einzige unverlangte Werbe-E-Mail gilt als belaestigende Werbung – auch im B2B-Bereich.

Cold E-Mails

Immer verboten ohne ausdrueckliche Einwilligung – sowohl B2B als auch B2C. Einzige Ausnahme: Bestandskunden fuer aehnliche Produkte (§ 7 Abs. 3 UWG).

Cold Calls (Telefon)

B2C: Immer verboten ohne Einwilligung. B2B: Nur bei mutmasslicher Einwilligung erlaubt – d.h. sachlicher Zusammenhang erforderlich.

LinkedIn / Social Media

Immer verboten ohne Einwilligung. Direktnachrichten gelten als „elektronische Post“ im Sinne des § 7 UWG (BGH I ZR 25/19).

WhatsApp / SMS

Immer verboten ohne ausdrueckliche Einwilligung. Gilt als elektronische Post und unterliegt denselben Regeln wie E-Mail-Werbung.

Einzig erlaubte Form der Kaltakquise

Postalische Werbung (Brief): Einziger Kanal, ueber den Kaltakquise grundsaetzlich erlaubt ist – es sei denn, der Empfaenger hat dem ausdruecklich widersprochen.

Was kostet eine Kaltakquise-Abmahnung?

3.000–6.000 €

Streitwert pro unerlaubter E-Mail

300–800 €

Anwaltskosten pro Abmahnung

5.000–10.000 €

Vertragsstrafe bei Wiederholung

Zusaetzlich: UWG-Bussgelder bis 300.000 € (Bundesnetzagentur) und DSGVO-Bussgelder bis 20 Mio. € oder 4% des Jahresumsatzes.

Berechtigt oder anfechtbar?

Wann die Abmahnung berechtigt sein kann

  • Werbe-E-Mail ohne nachweisbare Einwilligung gesendet
  • Verbraucher ohne Einwilligung angerufen
  • LinkedIn-/WhatsApp-Nachrichten mit Werbeinhalt
  • Kein Ausnahmetatbestand nach § 7 Abs. 3 UWG

Wann die Abmahnung anfechtbar sein kann

  • Einwilligung lag vor und ist dokumentiert
  • Bestehende Kundenbeziehung (§ 7 Abs. 3 UWG)
  • Formale Maengel der Abmahnung
  • Rechtsmisskaeuchliche Massenabmahnung
  • Streitwert ueberzogen / Kosten unvermhaltnis­maessig

Die haeufigsten Fehler bei der Kaltakquise

Impressums-E-Mail als Einwilligung deuten

Die Veroeffentlichung einer E-Mail-Adresse im Impressum ist KEINE Einwilligung fuer Werbung. Diese Adresse dient nur der gesetzlichen Kontaktpflicht.

LinkedIn-Vernetzung als Werbeerlaubnis ansehen

Das AG Duesseldorf hat 2025 klargestellt: Weder direkte noch indirekte LinkedIn-Kontakte berechtigen zum Versand von Werbung.

B2B-Ausnahme falsch verstehen

Die mutmassliche Einwilligung im B2B gilt NUR fuer Telefonanrufe, nicht fuer E-Mails. E-Mail-Werbung im B2B ist ohne Einwilligung genauso verboten wie im B2C.

Automatisierte E-Mail-Sequenzen ohne Opt-in

Cold-E-Mail-Tools wie Lemlist oder Apollo machen Massenversand einfach, aber nicht legal. Jede einzelne E-Mail ohne Einwilligung ist abmahnfaehig.

Keine Dokumentation der Einwilligungen

Wer Einwilligungen nicht nachweisen kann, steht rechtlich so da, als haette er keine. Die Beweislast liegt beim Werbetreibenden.

So reagieren Sie richtig

1

Ruhe bewahren

Eine Abmahnung ist kein Gerichtsurteil. Sie haben Zeit zu reagieren, aber handeln Sie nicht ueberhaest.

2

Frist notieren

Notieren Sie die gesetzte Frist sofort. Ueblicherweise 7 bis 14 Tage. Lassen Sie die Frist nicht unbemerkt verstreichen.

3

Werbung sofort einstellen

Stoppen Sie die beanstandete Werbemassnahme umgehend. Deaktivieren Sie E-Mail-Sequenzen und Cold-Outreach-Tools.

4

Nicht vorschnell zahlen oder unterschreiben

Zahlen Sie nicht ohne anwaltliche Pruefung. Unterschreiben Sie NIEMALS die vorformulierte Unterlassungserklaerung.

5

Abmahnung pruefen lassen

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Haeufige Fragen zu Kaltakquise-Abmahnungen

Ist Kaltakquise per Telefon im B2B-Bereich erlaubt?
Im B2B-Bereich ist telefonische Kaltakquise nur dann zulassig, wenn eine mutmassliche Einwilligung des angerufenen Unternehmens vorliegt (ss 7 Abs. 2 Nr. 1 UWG). Das bedeutet: Es muss ein sachlicher Zusammenhang zwischen Ihrem Angebot und der Taetigkeit des Angerufenen bestehen. Im B2C-Bereich ist Telefonwerbung ohne ausdrueckliche vorherige Einwilligung immer verboten.
Darf ich Werbe-E-Mails an Unternehmen senden?
Nein. E-Mail-Werbung ohne vorherige ausdrueckliche Einwilligung ist sowohl im B2B- als auch im B2C-Bereich verboten (ss 7 Abs. 2 Nr. 2 UWG). Eine Ausnahme gilt nur bei bestehender Kundenbeziehung fuer aehnliche Produkte (ss 7 Abs. 3 UWG). Die blosse Veroeffentlichung einer E-Mail-Adresse im Impressum stellt keine Einwilligung dar.
Wie hoch sind die Kosten einer Abmahnung wegen Kaltakquise?
Der Streitwert liegt bei 3.000 bis 6.000 EUR pro unerlaubter E-Mail. Aussergerichtliche Anwaltskosten betragen typischerweise 300 bis 850 EUR pro Abmahnung. Bei Verstoss gegen eine abgegebene Unterlassungserklaerung drohen Vertragsstrafen von 5.000 bis 10.000 EUR. Die Bundesnetzagentur kann Bussgelder bis 300.000 EUR verhaengen, bei DSGVO-Verstoessen drohen bis zu 20 Mio. EUR.
Gilt eine LinkedIn-Vernetzung als Einwilligung fuer Werbung?
Nein. Das AG Duesseldorf hat am 20.11.2025 (Az. 23 C 120/25) entschieden, dass weder eine direkte noch eine indirekte LinkedIn-Vernetzung als stillschweigende Einwilligung fuer Werbe-E-Mails oder -Nachrichten gilt. Social-Media-Nachrichten gelten als elektronische Post im Sinne des ss 7 UWG.
Was ist der Unterschied zwischen erlaubter und verbotener Kaltakquise?
Erlaubt ist: Postalische Werbung (Brief), telefonische B2B-Akquise bei mutmasslicher Einwilligung, und E-Mail-Werbung an Bestandskunden fuer aehnliche Produkte. Verboten ist: E-Mail-/SMS-/WhatsApp-/Social-Media-Werbung ohne ausdrueckliche Einwilligung, Telefonwerbung an Verbraucher ohne Einwilligung, und jede Form der Kontaktaufnahme nach ausdruecklichem Widerspruch.
Wer kann wegen Kaltakquise abmahnen?
Abmahnen koennen: Wettbewerber (ueber ss 8 UWG), die Wettbewerbszentrale, Verbraucherschutzverbaende und auch die belaestigten Empfaenger selbst. In der Praxis mahnen zunehmend auch einzelne Empfaenger ab, darunter Anwaelte und Freiberufler, die unerwuenschte Werbung erhalten.
Was passiert bei wiederholtem Verstoss nach Unterlassungserklaerung?
Wenn Sie nach Abgabe einer strafbewehrten Unterlassungserklaerung erneut unerlaubte Werbung versenden, wird die vereinbarte Vertragsstrafe faellig (typischerweise 2.500 bis 5.100 EUR pro Verstoss). Zusaetzlich droht eine erneute Abmahnung mit weiteren Kosten. Bei gerichtlicher Unterlassungsverfuegung droht ein Ordnungsgeld bis 250.000 EUR.

Besonders betroffene Branchen

Agenturen & Berater

Cold E-Mails und LinkedIn-Outreach sind Standard-Akquise, aber oft abmahnfaehig.

SaaS & Software

Automatisierte E-Mail-Sequenzen ohne Opt-in sind weit verbreitet.

Versicherungen

Telefonwerbung ohne Einwilligung gehoert zu den haeufigsten Abmahngruenden.

Finanzdienstleister

Kaltakquise per Telefon und E-Mail fuehrt regelmaessig zu Abmahnungen.

Telekommunikation

Ungebetene Werbeanrufe sind einer der groessten Beschwerdeanlaesse bei der Bundesnetzagentur.

Freiberufler & Coaches

LinkedIn Cold Outreach wird zunehmend abgemahnt, besonders durch belaestigte Empfaenger.